Samstag,
4. Juni 2011
VITAO®LINTHPARK
Zukunftswerkstatt Infotag 28.Mai 2011 Prof.
Dr. Joachim Kohlhof,
Das Thema VITAO®LINTHPARK Zukunftswerkstatt ist kein Jedermanns-Thema
- obwohl es jeden von uns angeht. Denn jeder sollte verantwortlich
mit dazu beitragen, wohin die Reise geht. Zukunft ist mitgestaltbar.
Zukunft gibt es nicht ohne Vergangenheit und Gegenwart.
Für die Presse, welche die Aufgabe hatte, diesen Informationstag
"Wasserkraft birgt Zukunft" am 28. Mai 2011 themenübergreifend
der Öffentlichkeit näherzubringen, war es ein gewaltiges
Spagat. Gerne zitiere ich ausschnittsweise aus dem FRIDOLIN vom
1. Juni 2011:
"Aus Wasser wird ein Zukunftsnetz". "Das Glarnerland
- insbesondere Glarus Süd - ist reich an Wasserkraft. Sie
birgt die Zukunft - wenn aus der Ressource Standorte wie das Areal
der Spinnerei Linthal AG werden. Wo Zukunftswerkstatt, Turbinen,
Medizin und General Suworow zusammenkommen..." Und man möge
mir nun verzeihen, wenn ich mich hier auf die Wiedergabe des Artikels
beschränke, welche sich der Zukunftswerkstatt und dem Suworow
Museum widmet:
"Zukunftswerkstatt
und Museum - Es wurde aber auch über die Geschichte und
über die Zukunft - insbesondere über Ethik - gesprochen,
denn einerseits zieht das Suworow-Museum ins Areal und andererseits
die Zukunftswerkstatt VITAO®LINTHPARK unter Schirmherr Prof.
Dr. Joachim Kohlhof, welche eine Orientierung zur Umkehr und
Wandel in Familie, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik geben
will. Dass all diese Unternehmungen Glarus Süd und insbesondere
die Region Linthal aufwerten, zeigte der Informationstag eindrücklich."
Mittwoch,
4. Mai 2011
Altenpflegeeinrichtungen unter ethischen Gesichtspunkten zertifizieren.
Prof. Dr. Kohlhof, EthikColleg Mehren
Ein
kürzlich geführtes Gespräch mit dem Geschäftsführer
von Premiumeinrichtungen für betagte Mitbürger in
Österreich, der Schweiz und Deutschland machte deutlich,
dass für alle Annehmlichkeiten während des Aufenthaltes
seiner "Kunden" in den angebotenen Luxusunterbringungen
gedacht wurde, wie Golfanlagen, Hallenbäder, Tenniseinrichtungen,
Reisemöglichkeiten, Finanzberatungen und Schönheitsfarmen.
Für alles war gesorgt, großzügig und komfortabel,
liebenswert und sicher war die Devise. Die Luxussenioren brauchten
auf nichts zu verzichten, sie sollten in den Seniorenstiften
genauso leben wie zu Hause.
Angesichts
dieser herrlichen Aussichten in eine sichere Zukunft bis zum
Tod war es eigentlich nur Zeitverschwendung, sich mit der menschlichen
Würde eines alternden Anvertrauten oder eines Sterbenden
unter ethischen Gesichtspunkten zu befassen. Alles wurde geboten
nur nicht der Nachweis, dass die PflegekrÀfte (und
nicht die Hostessen) dieser Heime auch einer würdegerechten
Sterbebegleitung zu Diensten sind und die Menschen bis zu ihrem
Ende in der Vielfalt ihrer Persönlichkeiten in Würde
gerecht werden.
Was
den meisten Einrichtungen fehlte, war der nachvollziehbare Beweis,
dass es über Waschen, Essen und Säubern noch mehr
gibt, was die Bedürfnisse eines kranken und schwachen Heimbewohners
ausmacht.
Dieser
fehlende Zertifizierungsaspekt wurde anerkanntermaßen
von den meisten Einrichtungen bestätigt, wenngleich die
Notwendigkeit - nicht zuletzt aus Kostengründen - infragegestellt
wurde und bei voller Belegung der Häuser auch von der Notwendigkeit
Abstand genommen wurde. Gleichwohl hielten die meisten Heimleitungen
eine erfolgreiche Ethik-Zertifizierung für die Krönung
ihrer Pflegearbeit im Umgang mit ihren Bewohnern. Und umgekehrt
war es für Bewohner und solche, die es einmal werden wollen,
ein wertvolles Auswahlkriterium gegenüber solchen Einrichtungen,
die im Umgang mit pflegeethischer Behandlung ihrer Kunden eher
einen großen Bogen machen.
Können
angesichts des hohen Kosten-, Zeit- und Verwaltungsdrucks überhaupt
pflegeethische Aspekte realisiert werden? Reicht es nicht aus,
wenn der medizinische Dienst der Krankenkassen, oftmals nach
vorheriger Terminabsprache mit den Heimen, "plötzlich
und unerwartet" die Einrichtungen auf ihre qualitative,
organisatorische und medizinische notwendige Arbeit hin kontrolliert
und das Ergebnis als tragfähig anerkennt?
Das
Ethik-Management setzt ein beanstandungsloses Qualitätsmanagement
voraus. Es krönt gewissermaßen die Pflegearbeit und
es setzt das Qualitätsmanagement daher nicht außer
Kraft. Ein gutes und funktionierendes Qualitä€tsmanagement
sagt noch gar nichts über den besonderen Umgang mit den
Menschen und ihrer menschlichen Würde, ihrer Selbstbestimmung
und ihrem seelischen Wohlbefinden aus. Nur letztere Kriterien
sichern auf lange Sicht die Nachhaltigkeit und die Bestandssicherheit
einer Pflegeeinrichtung im Markt. Potentielle Bewohner, die
die von unserem Ethik Colleg definierten Ethikstandards (s.
Ethik in der Altenpflege, dbb-verlag Berlin) immer mehr als
Maßstab für ihre eigenen Erfüllungsansprüche
anmelden, werden schließlich die richtige Wahl für
ihre künftige Altersruhestätte treffen und sich nicht
alleine mit der Frage aufhalten, ob Theaterveranstaltungen,
5-Gang Menüs und sportlicher Wettbewerb angebotener Freizeitgestaltungen
im Vordergrund stehen. Erst die Implementierung eines soliden
und nachprüfbaren Ethik-Management-Systems garantiert in
höherem Maße eine altersgerechte und menschenwürdige
Behandlung betroffener Senioren. Auch nach der Befragung betroffener,
ja examinierter Pflegekräfte, fehlt es zumeist an Kenntnis,
Willen und Erfahrung, sowie an der Schulungsbereitschaft vieler
Träger und Heimleitungen, eine ethisch unterlegte Altenpflege
auf Dauer zu gewährleisten.
Wir
erheben nicht den Anspruch für alle Konflikte und schwierige
Entscheidungssituationen die richtige Rezeptur anzubieten, aber
wir sehen, dass die Auseinandersetzung mit ethischen Standards
in der Altenpflege hilft, sich überhaupt mit dieser Thematik
zu befassen und dabei die Erkenntnis zu gewinnen, dass auf einem
wachsenden Zukunftsmarkt immer älter werdender Bevölkerungsteile
die Vernachlässigung ethischer Aspekte das Überleben
nicht zertifizierter Einrichtungen auf Dauer gefährdet.
Vielleicht werden eines Tages die Sozialversicherungs- und Pflegeversicherungsträger
die Höhe ihrer Transfersätze an Pflegeheime davon
abhängig machen, in welchem Umfang auch ethische Standards
in den Heimen tatsächlich realisiert und umgesetzt werden.
Häufig
ist es in Senioreneinrichtungen genauso wie in den Wirtschaftsunternehmen
auch: solange die Betten voll, die Zimmer oder Suiten belegt
sind (oder der unternehmerische Umsatz grenzenlos steigt), besteht
auch nicht die Einsicht, sich mit ethischen Standards auseinandersetzen
zu müssen. Wenn der Wettbewerb der Pflegeeinrichtungen,
d.h. der Kampf um die Belegung der Bettenkapazität einmal
umgekehrt einsetzen sollte, dann haben die Verzichtsapostel
schlechte Karten. Damit das aber nicht passiert, besteht für
jedes Heim immer noch die Möglichkeit, durch ein Selbstaudit
den eigenen Ethik-Standort zu ermitteln und im Falle festgestellter
Defizite für entsprechende Abhilfe zu sorgen.
So
gesehen dient der "Leitfaden für die Ethik in der
Altenpflege" lediglich der eigenen Standortbestimmung.
Das Selbstaudit oder das angebotene Fremdaudit sollen helfen,
den gegenwärtigen Ist-Zustand einer Institution zu ermitteln,
ihn zu protokollieren und mithilfe von Fragebögen an alle
Beteiligten, die ermittelten Angaben zu verifizieren. Anschließend
wird der jeweils erreichte Erfüllungsgrad eines Bewertungskriteriums
festgestellt. Am Ende steht nach erfolgreicher Überprüfung
und Bewertung aller Kriterien die Ethik-Zertifizierung. Diese
Vorgehensweise führt zu mehr Transparenz und höherer
Vergleichbarkeit der einzelnen Leistungsprofile.
Eigentlich
war eine solche Orientierungshilfe längst überfällig:
einmal für die Pflegebedürftigen selbst auf ihrer
Suche nach einer für sie persönlich geeigneten Einrichtung
als Garant für ein Stück objektivierter Lebensqualität
insbesondere im Alter und zum anderen für Kostenträger,
Ärzte und Pflegekassen beim Einschätzen von Einrichtungen,
denen das Prädikat zuverlässig, kompetent und ethisch
verantwortungsbewusst auch zusteht und nicht zuletzt für
das Pflegemanagement selber, um ein positives feed back von
allen Anspruchsgruppen zu erfahren.
Wenn man bedenkt, dass inzwischen viele klinische Einrichtungen
auditiert und ohne Zertifizierung kaum noch existenzfähig
sind, weil Krankenversicherungen häufig eine weitere Zusammenarbeit
von einer erfolgreichen Zertifizierung zur Grundbedingung besserer
Finanzausstattung machen, dann wird vielleicht eines Tages auch
der Pflegeträger eine ethische Zertifizierung zur Grundbedingung
erheben und sie zur Voraussetzung für eine nachhaltige
Zusammenarbeit machen.
Joachim
Kohlhof
DIENSTAG, 12. APRIL 2011
"ETHIK" - EINE THEORIE IM KOPF?
"ETHIK" - (nur) Eine Theorie Im Kopf?
Mail vom 12. April 2011
Lieber
David,
ich
will gerne auf die Einlassung des Lehrers antworten, der sich
skeptisch über die Ethik ausgelassen und sie als eine "Theorie
im Kopf" bezeichnet hat. Für mich ist es erschreckend
festzustellen, mit welcher ignoranten Erkenntnishaltung Lehrer
auf unsere Jugend entlassen werden, welche dann im weiteren
Leben gegen alle Widerstände besseren Wissens vermittelt
werden soll. Hier werden bereits die Probleme gesät, mit
der sich später die Gesellschaft, die Wirtschaft, die Medien
und die Wissenschaft auseinandersetzen müssen. Bereits
das verharmlosende Plagiieren und die unwissenschaftliche Übernahme
fremden Wissens zeigen einmal mehr, woran es in den Bildungseinrichtungen
offensichtlich hapert.
Ethik
ist keine Theorie im Kopf. Es hört sich zwar spaßig
an und geht sofort in den Kopf rein, aber wie gefährlich
solche Simplifizierungen sind, zeigt, dass solche proverbs ein
Leben lang im Kopf verankert bleiben. Man bekommt diese Idee
nicht mehr heraus. Alles ist zunächst immer graue Theorie,
wenn sie nicht durch die Natur, Mitwelt oder Gesetzmäßigkeiten
bestätigt wird.
Noch
einmal:
Moral
ist die - in einem bestimmten Sozialsystem, einer Gruppe / Organisation,
einem Unternehmen, tatsächlich geltende und erzwingbare
Norm. Moral spiegelt ein gesellschaftliches Niveau wider, welches
zu einem bestimmten Zeitpunkt besteht. "Herrschende"
Moral kann von einem bestimmten Partner, Gruppenmitglied, Teamangehörigen
etc. verlangen, dass man sich nach den vorgegebenen bzw. herrschenden
Prinzipien zu verhalten hat. Eine Fußballmannschaft, die
eine hohe "Moral" zeigt, demonstriert, welche Werte
für den Einsatz in diesem Spiel Geltung haben. Es geht
um die Tatsächlichkeit, nicht um das Wünschens- oder
Begehrenswerte.
Moral
beschreibt also, welche Werte, Normen und Verhaltensweisen (Einsatz
bis zum Umfallen) in einer Gemeinschaft / Gesellschaft wirklich,
effektiv und tatsächlich gelten. Sie ist stets ein Ergebnis
bestimmter historischer Lebens- und Machtprozesse. Diesbezüglich
gibt es auch eine Moral in kriminellen Vereinigungen. Auch die
Mafia kennt eine Moral, weil die dort geheiligten "Werte",
die für alle Mitglieder gelten, tatsächlich praktiziert
und umgesetzt werden müssen.
Was
unterscheidet nun die "Ethik" als "Theorie im
Kopf" gegenüber der oben beschriebenen Moral?
Der
wesentliche Unterschied zwischen den häufig synonym verwendeten
Begriffen von Moral und Ethik liegt darin, dass Ethik nach den
Grundsätzen und Prinzipien für ein bestimmtes Verhalten
fragt (auch nach den von der Mafia begangenen Morden und der
damit praktizierten Moral). Ethik sucht nach der methodisch
geleiteten Besinnung und Begründung auf die tatsächlich
geltende Moral. Eine Begründung für unmoralisches
Verhalten wird es daher aus ethischer Sicht bzw. mit ethischer
Begründung nicht geben können. Ethisches Verhalten
verlangt nach einer menschlichen Begründung. Insofern weichen
beide Begriffe, wenn ihr zugrundeliegendes Verhalten nicht begründbar
ist, erheblich voneinander ab.
Um
in der Diktion des Lehrers zu bleiben, ist die Ethik die Lehre
bzw. Theorie von der menschlichen Verantwortung mit dem Versuch,
diese zu begründen. Ethik ist daher gefährlich. Sie
verunsichert den handelnden und irritiert den Analysten. Sie
setzt eine tiefe menschliche Erkenntnisfähigkeit voraus,
das Verantwortungsvolle zu tun und das Richtige zu sagen. Ethik
stellt in frage und prüft genau, welche Werte, Normen und
menschliche Tugenden begründbar sind. Sie ist somit auch
eine Reflexion über unser (Da)-Sein und unser menschliches
Miteinander in den Kristallisationspunkten unserer menschlichen
Sozialisation.
Aus
dieser "Theorie im Kopf" dürfen dann auch die
Wissensvermittler ableiten, ob sie der Ethik mehr als nur einen
theoretischen Baustein in ihrem Lehrgebäude einräumen
oder nicht.
Beste
Grüße
Joachim
MONTAG, 11. APRIL 2011
Kleiner Lebensmerkzettel für "I am responsible"
1. Beachte, dass große Liebe und großer Erfolg immer
mit großem Risiko verbunden sind.
2.
Wenn Du verlierst, verliere nie die Lektion.
3.
Habe stets Respekt vor Dir selbst, Respekt vor anderen und übernehme
Verantwortung für Deine Taten.
4.
Bedenke: nicht zu bekommen, was man will, ist manchmal ein großer
Glücksfall.
5.
Lerne die Regeln, damit Du sie richtig brechen kannst.
6.
Lasse niemals einen kleinen Disput eine große Freundschaft
zerstören.
7.
Wenn Du feststellst, dass Du einen Fehler gemacht hast, ergreife
sofort Maßnahmen, um ihn wieder gut zu machen.
8.
Verbringe jeden Tag einige Zeit allein.
9.
Bedenke, dass Schweigen manchmal die beste Antwort ist.
10.
Lebe ein gutes ehrbares Leben. Wenn Du älter bist und zurückdenkst,
wirst Du es noch einmal genießen können.
11.
Eine liebevolle Atmosphäre in deinem Heim ist das Fundament
für Dein Leben.
12.
In Auseinandersetzungen mit Deinen Lieben sprich nur über
die aktuelle Situation. Lasse die Vergangenheit ruhen.
13.
Teile Dein Wissen mit anderen. Dies ist eine gute Möglichkeit,
Unsterblichkeit zu erlangen.
14.
Gehe sorgsam mit der Erde um. Begib Dich einmal im Jahr an einen
Ort, an dem Du noch nie gewesen bist.
15.
Bedenke, dass die beste Beziehung die ist, in der jeder Partner
den anderen mehr liebt als Du brauchst.
16.
Messe den Erfolg daran, was Du für ihn aufgeben musstest.
17.
Widme dich der Liebe und dem Kochen mit ganzem Herzen.
18.
Öffne der Veränderung Deine Arme, aber verliere Deine
Werte nicht aus den Augen.
Prof.
Dr. Joachim Kohlhof (aus einer Mail an David McLion)
Donnerstag,
24. Februar 2011
Wertediskussion, Wettbewerb, Korruption - Zusammenhänge
erkennen!
Prof. Dr. Joachim Kohlhof
Schirmherr und Mentor der VITAO Ethic Community
Aus
einem Mail vom 24.02.2011
(...)
Hier noch ein kleiner aber nicht unwichtiger Beitrag zur Frage
der Bedeutung der Korruption und eines funktionierenden Wettbewerbs
in unserer Gesellschaft:
Im
Zuge der gegenwärtigen Wertediskussion erscheinen die traditionellen
kulturellen, humanen und unternehmerischen Werte die einzigen
bestandskräftigen Komponenten zu sein, die die Veränderungen
der gesamten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Welt überleben
werden. In den nächsten Jahren und Jahrzehnten wird nichts
mehr so bleiben, wie es einmal war. Wir erleben zur Zeit dramatische
Veränderungen durch die technologische Entwicklungen, politische
Umstürze, die zu gewaltigen Umwälzungen führen
und den Dimensionen der vergangenen industriellen Revolution
nicht unähnlich sind. Wir stecken noch in den Kinderschuhen
einer Entwicklung, die wir noch gar nicht begonnen haben zu
erahnen. "Mit dem einen Fuß im Marskanal, mit dem
anderen im Neandertal", so singt es treffend Udo Lindenberg
und meint damit auch, dass wir noch nicht begriffen haben, wo
wir eigentlich stehen und was wir eigentlich wollen.
Welchen
Nutzen wir aus der Pflege und der Aufrechterhaltung unserer
ethischen Werte haben werden, wird uns erst am Ende dieses UmwÀlzungsprozesses
deutlich werden. Natürlich brauchen wir ethische Standards,
die nach Hans Küng ein verbindliches Wertegebäude
in einer globalen Wirtschaft ermöglichen. Angesichts der
drohenden revolutionären Veränderungen in der arabischen
Welt, müssen wir mehr denn je Positionen einnehmen, die
verlässlich, transparent und unumstößlich sind
und damit der Welt deutlich machen, dass es Menschen und nationale
Partner gibt, deren Wort noch zählt.
Um
so wichtiger bedarf es wirtschaftsethischer Strukturen in unseren
Ländern, die nicht von Kumpanei, Kungelei und Bestechlichkeit
bestimmt sind, sondern von einem fairen Wettbewerb untereinander,
der nur auf lange Sicht der Garant ist für eine positive
gesellschaftliche Entwicklung. Viele Branchen zeichnen sich
dadurch aus, dass sie nur über korruptive Machenschaften
das Tempo ihrer Kursentwicklungen und Umsatzerfolge forcieren
können und damit potentiellen Anlegern, feindlichen und
willkommenen Ã?bernehmern und Heuschrecken demonstrieren,
wie wertvoll ihr Unternehmen am Markt ist.
Deutschland
rangiert nach einer Studie von Transparency International in
der Hitliste korruptiver Staaten in Europa im vordersten Feld.
Wenn Korruption verstanden wird als "heimlicher Missbrauch
von anvertrauter Macht zum privaten Nutzen und Vorteil"
(TI), dann gehören hier alle Spielarten kriminellen Vergehens
hinein, die sich tagtäglich im politischen, wirtschaftlichen
und gesellschaftlichen Raum abspielen.
Wir
sind bereits so weit, dass dieser Missbrauch nicht einmal mehr
verheimlicht wird, sondern auf der Tagesordnung jeder öffentlichen
Auftragsvergabe, jeder internationalen Akquisition in allen
Teilen der Welt gehört. Die Revolutionen im arabischen
Teil der Welt haben einmal mehr demonstriert, dass viele Gelder
- auch die der Entwicklungshilfe - bei den Menschen offenbar
vor Ort nicht ankommen, sondern auf den Konten der Machthaber
landen, die Veruntreuungen in Milliardenhöhe gegen ihr
Volk begangen haben. Nicht viel anders sind auch die Korruptionsvergehen
im Inland zu bewerten. In einem Land, in dem vor nicht allzulanger
Zeit noch Schmiergelder an Auftraggeber und Geschäftspartner
als Betriebsausgaben behandelt wurden und damit die zu zahlende
Einkommensteuer senkten, ist die Bestechung zum anerkannten
Mittel geschäftstüchtigen Unternehmertums geworden.
Große DAX-Unternehmen müssen sich immer wieder den
Ermittlungen von Staatsanwaltschaften stellen, um entsprechende
Vorwürfe auszuräumen.
Korruptionen
entladen sich nicht nur in illegalen Transaktionen, sondern
auch in gesetzliche Praktiken, wobei sie in letzteren als noch
weniger unmoralisch empfunden werden. Korruptionsanfällig
sind alle wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereiche.
Diese finden sich bei den politischen Amtsträgern in den
Amtsstuben und Regierungspalästen ebenso wie in den Fluren
öffentlicher Verwaltungen bis hin zu den Verstrickungen
in der Bauindustrie, der Rüstungsindustrie und aller anderen
nicht namentlich erwähnten Wirtschaftsbereiche.
Korruption
wird vielfach nicht als kollektives Übel angesehen, durch
das das wirtschaftliche Wachstum gehemmt und nicht beflügelt
wird, sondern persönliche Vorteilnahme lässt jedes
Gespür für die damit verbundene Aussetzung wettbewerbsbewusster
Regeln außer Kraft setzen. Bei der Korruption geht es
um Vorteile, die sich Unternehmen oder Personen aneignen, indem
sie meist praeter legem Ausnahmen, Gefällgigkeiten oder
Begünstigungen jedweder Art vereinnahmen oder einfordern.
Die Liste dieser Anreize für die Entgegennahme von Gefälligkeiten
ist so umfangreich, wie der Wunschkatalog von Menschen nur sein
kann. Umgekehrt wird von den Empfängern dieser fringe benefits
ein Wohlverhalten eingefordert, dass den Bestechenden die wirtschaftlichen,
persönlichen oder gesellschaftlichen Vorteile verschafft.
Das Spektrum der Annehmlichkeiten reicht von Geldzuwendungen
bis hin zu akademischen Würden.
Allen
Korruptionsversuchen ist gemeinsam, dass die Akteure, staatliche
wie private, zu Lasten unbeteiligter Dritte, also praktisch
zu Lasten der Mitbewerber im Markt, handeln. Wettbewerb wird
durch Korruption eingeschränkt. Er kann sich nicht über
Konditionen, Qualitätsofferten und Preise so entfalten,
wie es der Markt eigentlich fordert. Wenn also der Wettbewerb
eingeschränkt oder gar behindert wird, werden interne Kosten
nach außen hin verlagert, d.h. externalisiert und private
oder unternehmerische Vorteilnahmen werden zu Lasten eines gleichen
Wettbewerbs auf die Allgemeinheit umgelegt. Die Allgemeinheit
bzw. die Mitbewerber tragen die Lasten des entgangenen Wettbewerbsvorteils.
Es steigt bei gleichen Leistungen - staatlichen wie privaten
- die Abgabenlast oder umgekehrt, sinkt bei gleicher Abgabenlast
die staatliche oder private Leistung. Die den Wettbewerb auszeichnende
Planungssicherheit entfällt oder wird zumindest stark eingeschränkt
und die Legitimität des Staatsapparates und die Produktivität
privater Wirtschaftsleistungen werden untergraben bzw. eingeschränkt.
Beides schreckt ehrliche Investoren entweder ab oder zieht auch
sie in den Bann korruptiven Geschäftsgebarens. Die Folgen
dieser Verhaltensweisen sind, dass in toto betrachtet, Wohlstand
und Beschäftigung zurückgehen, weil nicht an auskömmlichen
Preisen orientierte Mitbewerber im Markt Berücksichtigung
finden und Beschäftigte entlassen oder sie ganz vom Markt
verschwinden müssen. Unter diesem Aspekt wird deutlich,
wie wichtig die Implementierung von Ethik-Managementsystemen
in kleinen und großen Unternehmen sind, um nachhaltig
Korruption aus den geschäftsstrategischen Überlegungen
zu eliminieren.
Korruption
als ethischer Unwert wird für die meisten Akteure nur dann
zum Problem, wenn sie nicht geheimgehalten werden kann und dann
strafrechtlich verfolgt wird. Sehr viele spektakuläre Beispiele
in der jüngsten Vergangenheit haben immer wieder den Sumpf
schwarzer Kassen und geheimer Konten aufgedeckt, mit denen die
Unternehmen glaubten, dem Wettbewerb ein Schnippchen zu schlagen
und am Ende einen unermeßlichen Schaden für sich,
ihr Unternehmen und das ganze Land heraufbeschworen haben. Bisher
waren die Medien die Korruptionswächter. Politische Instanzen
haben sich nolens volens nur noch in der Abwehr öffentlich
bekannt gewordener korruptiver Unterstellungen üben können,
aber nichts oder nur wenig zu ihrer Beseitigung oder Bekämpfung
beigetragen. Im Gegenteil. Ihre Kontrollfunktion hat völlig
versagt und wird kaum noch von der Bevölkerung ernst genommen.
Korruption
ist kein Kavaliersdelikt. Es ist ein strafbarer Vorgang, bei
dem die Beteiligten möglichst dazu verdonnert werden, dicht
zu halten. Es ist empirisch längst erwiesen, dass Korruption
sich längerfristig immer negativ auf Investitionen und
damit Beschäftigung auswirkt. Ergebnisse aus dieser Erkenntnis
blieben jedoch bis heute unbeachtet.
Soziale
Netzwerke können helfen, Korruption einzudämmen. Je
offener und transparenter soziale Gruppen in der Lage sind,
gegen ethische Verwerfungen vorzugehen und korrupte Machenschaften
zu verhindern, desto geringer wird auch die Angriffsfläche
für Korruption sein. Soziale und ethische Kompetenzen in
unserer Gesellschaft und in unseren Wirtschaftsunternehmen werden
immer mehr zum Gradmesser für weniger korrupte Handlunsnechanismen
und für einen und fairen Umgang im Wirtschaftsleben.
In
diesem Geist wird auch das Netzwerk von VITAO einen Meilenstein
setzen, der das VITAO verpflichtende Wertegefüge in einer
Welt deutlich macht, die es verdient, dass alles unternommen
wird, damit unsere Zukunft wieder menschen-, anstands- und sachgerecht
gestaltet wird.
(...)
Aus
einem Mail vom 18.02.2011
(...)
Hier spontan ein good news Beitrag:
Vor einiger Zeit gab es eine Studie von Ernst & Young zum
Thema :
Mit
Verantwortung zum Erfolg
Unternehmen,
die gesellschaftliche Verantwortung zeigen, haben ausserordentlich
positive Rückkoppelungseffekte. Sie zeichnen sich meist
durch die Unterstützung sozialer Engagements aus und haben
in der Regel ein überdurchschnittliches betriebliches Wachstum.
Verantwortung
zu übernehmen wird dabei zur wesentlichen Triebfeder des
eigenen unternehmerischen Erfolges. Geschäftsprozesse werden
optimiert und der Bekanntheitsgrad erheblich gesteigert, ohne
hierfür eigene Werbemittel einsetzen zu müssen.
Es
geht in der Wahrnehmung von Ethikmanagement im Unternehmen nicht
einmal um hohe Sach- und Geldspenden, sondern um die Bereitschaft,
sich an zukunftsträchtigen sozialen, kulturellen, karitativen,
wissenschaftlichen Projekten zu beteiligen, Humankapital und
Sozialkapital hierfür bereitzustellen und diese Projekte
nachhaltig zu begleiten.
So
unterstützen inzwischen von 100 untersuchten Unternehmen
(lt. E&Y) 57% der befragten Unternehmen Forschungs- und
Bildungseinrichtungen und Bildungsfonds für Schüler
und Studenten bis hin zu Föderprogrammen für gesunde
Ernährung und Kindertagesstätten. Über 2/3 der
Unternehmensleitungen sind davon fest überzeugt, dass sich
verantwortungsbewusstes und damit auch soziales Verhalten, immer
positiv ausbezahlt, weil es meist mit den eigenen Geschäften
und Verbindungen zusammenhängt. Mehr als die Hälfte
aller Unternehmen erwarten positive Synnergieeffekte aus ihren
firmeneigenen Aktivitä€ten und sie erhoffen sich zugleich
bessere Netzwerke auch zu unternehmensfremden Arbeiten und Dienstleistungen.
Unstreitig
ist, dass durch die offenkundige gesellschaftliche Verantwortung
die Attraktivität der Unternehmen als potentielle Auftrag-
und Arbeitgeber steigt und für künftige high potentials,
exzellente Bewerber und interessante Kunden ein gesuchter Geschäftspartner
wird. Denn immer mehr Anspruchsgruppen in Gesellschaft und Wirtschaft
neigen dazu, vom sozialen Einsatz ihres "Partners"
auch auf dessen Unternehmenskultur zu schließen und damit
auch auf sein partnerschaftsgerechtes Arbeits- und Vertragsklima.
In
den Unternehmen allerdings, wo die Klugheit fehlt, da hilft
dann nur noch die schlechte Erfahrung.
Um diese zu vermeiden, sollten sich die Unternehmen in einem
Selbstaudit die Fragen stellen:
"
Wo liegen die Ziele und Prioritäten Ihres Unternehmens?
" Wo nehmen Sie moralische Defizite wahr?
" Wie moralisch integer sind Führungskräfte und
Mitarbeiter?
" Was erwarten ihre Kunden in moralischen Belangen?
" Wie werden Unternehmen in der Öffentlichkeit hinsichtlich
ihrer moralischen Integrität beurteilt?
Nach
dieser Bestandsaufnahme erfolgt die Erarbeitung eines ethisch
fundierten Unternehmensleitbildes und mündet in einen Maßnahmekatalog
ein zur Förderung der Wertorientierung. Zur Abrundung eines
sich nach ethischen Kriterien selbstverpflichtenden Unternehmens
müssen Möglichkeiten der Prüfung und der Sanktionierung
aufgezeigt werden. Erst dann ist der Weg frei für ein Untnernehmen,
das sich dem hohen Wertgefüge eines moralisch und ethisch
einwandfreien Wirtschaftspartners stellen kann.
Diese
kurze Skizzierung verdeutlicht einmal mehr, dass ein Unternehmen
mit einem hohen gesellschaftlichen Verantwortungsbewusstsein
sich nicht leichtfertig auf die pünktliche Zahlung von
Steuern oder einiger Geldspenden zurückziehen kann, sondern
in hohem Maße sich die reputative Wertschätzung der
Öffentlichkeit erst auf Dauer verdienen muss. Dann ist
es im wahrsten Sinne des Wortes ein good citizen und responsible.
Am Ende eines derartigen Prozesses ist eine Zertifizierung ethischen
Unternehmensmanagements möglich und sie krönt zugleich
die hohe Wertschätzung die ein ethikzertifiziertes Unternehmen
bei Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten, in Staat und Gesellschaft
genießt.
Joachim Kohlhof
FREITAG, 18. FEBRUAR 2011
"I am responsible" - die Herausforderung!
Verantwortung verpflichtet. Mit diesem "Slogan" treten
mehr oder weniger prominente Zeitgenossen an die Öffentlichkeit
und erschlagen damit jedes entgegenstehende Argument. Sie nehmen
nicht zur Kenntnis oder wollen nicht verinnerlichen, dass zur
Übernahme von Verantwortung der ernsthafte Wille vorhanden
sein muss, die eigene Verantwortung zu erkennen, sie ernsthaft
zu leben und notwendige Konsequenzen zu ziehen, wenn er sich ihr
stellen muss.
Ver-antwort-ung
enthält das Wort Antwort. Worauf gibt der Träger von
Verantwortung nun die adäquate Antwort?
Voraussetzung
zur Übernahme von Verantwortung ist die persönliche
Befähigung, verantwortlich zu sein und sich verantwortlich
zu fühlen. Wer hier schon Schwierigkeiten hat, sollte sich
der ihm angedienten bzw. übertragenen Verantwortung gar
nicht erst stellen. Nur wer verantwortlich sein will, kann auch
Verantwortung tragen. Und nur dann kann er auch verantwortbare
Handlungen, Ziele und Maßnahmen treffen und sie mit anderen
kommunizieren.
Wer
Verantwortung also tragen will und diese als berechtigt anerkennt
und danach lebt und handelt, muss Antwort geben können
auf das, was er denkt, was er sagt und was er tut. Leider finden
wir in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik in Permanenz eine
enorme Diskrepanz, weil ethische Asymmetrien unser Leben bestimmen.
Wer Verantwortung in allen Lebensbereichen übernimmt, muss
sich als verantwortlich erweisen und für das was er anstrebt,
als verantwortbar vertreten.
Im
Unternehmensbereich gehören hierzu die Definierung
" verantwortbarer Unternehmensziele, eine
" verantwortbare Mitarbeiterführung und schließlich
eine
" verantwortbare Außenbeziehung zu Kunden, Lieferanten
und Gesellschaft.
Leider
beobachten wir eine weite Verbreitung von Verantwortungslosigkeit
bis in die Spitzenpositionen von Wirtschaft und Gesellschaft.
Niemand ist mehr bereit, für seine persönlichen Vergehen
Rechenschaft abzugeben, wenn ihn der Staatsanwalt nicht hierzu
auffordert. Diese Vergehen sind entweder offenkundig oder sehr
subtil. Solange die Öffentlichkeit nicht Anstoß nimmt,
gehen die Vergehen weiter, insbesondere dann, wenn die Presse
hierzu schweigt.
Angesichts
der unzählbaren Fülle dolosen und verantwortungslosen
Handelns sticht allerdings die Einlassung eines jüngsten
Politstars besonders negativ hervor, die nachgewiesen unwissenschaftliche
Erstellung einer Dissertation in aller Öffentlichkeit als
abstrus zu beantworten. Im Kontext der oben erwähnten Interpretation
der Verantwortung, erscheint eine solche "Antwort"
als unglaublich.
Wenn
ein ausgebildeter Jurist wissentlich eine eidesstattliche Erklärung
unter seine fertiggestellte Dissertation unterschreibt mit folgendem
Wortlaut: Hiermit erkläre ich ehrenwörtlich, dass
ich die vorgelegte Arbeit ohne fremde Hilfe verfasst, hierzu
keine anderen als die im Schriftenverzeichnis der Arbeit angegebene
Quellen benutzt und noch an keiner andere Hochschule zu Studien-
und Prüfzwecken vorgelegt habe, dann handelt es sich um
eine vorsätzliche Täuschung. Wenn die alma mater nicht
in den Ruf pseudopolitischer Abhängigkeit geraten will,
bleibt nur die Aberkennung des Doktorats oder anderer erschlichener
akademischen Würde. Widrigenfalls gehört diese Hochschule
dann im Ranking aller anderen Hochschulen ans Ende der Hitliste.
Seien
wir also vorsichtig mit dem leichtfertigen Umgang anvertrauter
Verantwortung. VITAO weiß um diese Problematik und fordert
die tägliche Umsetzung einer nachvollziehbaren Verantwortungsethik,
die nicht an den Schranken von Geld und Kapital, von Politik
und Macht, von Medien und Gesellschaft halt macht. Auch und
insbesondere stellt uns unsere Kampagne "Die Welt schaut
auf Glarus" Ethik- und Demokratie-Verständnis als
Standortbestimmung vor eine grosse Verantwortung. Denn es ist
nicht auszuschliessen, dass potentielle Mitglieder davon ausgehen,
dass es sich hierbei mehr oder weniger um einen Werbeslogan
handelt.
Vielleicht
fangen wir eines Tages an zu begreifen, dass sich unethisches
und damit unverantwortliches Handeln rächt und dass Verantwortung
kein Aufwand bedeutet, sondern Ertrag. In Anlehnung an Alexis
von Tocqueville sollten wir uns stets vor Augen halten, dass nicht
nur das Nützliche ehrenwert ist, sondern auch das Ehrenwerte
nützlich sein kann.
Joachim
Kohlhof
18.
Feb 2011 11:58
Erbitte einen Good News Artikel
Lieber David,
hier
spontan ein good news Beitrag:
Vor
einiger Zeit gab es eine Studie von Ernst & Young zum Thema
: Mit Verantwortung zum Erfolg
Unternehmen,
die gesellschaftliche Verantwortung zeigen, haben außerordentlich
positive Rückkoppelungseffekte. Sie zeichnen sich meist
durch die Unterstützung sozialer Engagements aus und haben
in der Regel ein überdurchschnittliches betriebliches Wachstum.
Verantwortung zu übernehmen wird dabei zur wesentlichen
Triebfeder des eigenen unternehmerischen Erfolges. Geschäftsprozesse
werden optimiert und der Bekanntheitsgrad erheblich gesteigert,
ohne hierfür eigene Werbemittel einsetzen zu müssen.
Es geht in der Wahrnehmung von Ethikmanagement im Unternehmen
nicht einmal um hohe Sach- und Geldspenden, sondern um die Bereitschaft,
sich an zukunftsträchtigen sozialen, kulturellen, karitativen,
wissenschaftlichen Projekten zu beteiligen, Humankapital und
Sozialkapital hierfür bereitzustellen und diese Projekte
nachhaltig zu begleiten. So unterstützen inzwischen von
100 untersuchten Unternehmen (lt. E&Y) 57% der befragten
Unternehmen Forschungs- und Bildungseinrichtungen und Bildungsfonds
für Schüler und Studenten bis hin zu Förderprogrammen
für gesunde Ernährung und Kindertagesstätten.
Über 2/3 der Unternehmensleitungen sind davon fest überzeugt,
dass sich verantwortungsbewusstes und damit auch soziales Verhalten,
immer positiv ausbezahlt, weil es meist mit den eigenen Geschäften
und Verbindungen zusammenhängt. Mehr als die Hälfte
aller Unternehmen erwarten positive Synnergieeffekte aus ihren
firmeneigenen Aktivitäten und sie erhoffen sich zugleich
bessere Netzwerke auch zu unternehmensfremden Arbeiten und Dienstleistungen.
Unstreitig ist, dass durch die offenkundige gesellschaftliche
Verantwortung die Attraktivität der Unternehmen als potentielle
Auftrag- und Arbeitgeber steigt und für künftige high
potentials,exzellente Bewerber und interessante Kunden ein gesuchter
Geschäftspartner wird. Denn immer mehr Anspruchsgruppen
in Gesellschaft und Wirtschaft neigen dazu, vom sozialen Einsatz
ihres "Partners" auch auf dessen Unternehmenskultur
zu schließen und damit auch auf sein partnerschaftsgerechtes
Arbeits- und Vertragsklima.
In
den Unternehmen allerdings, wo die Klugheit fehlt, da hilft
dann nur noch die schlechte Erfahrung.
Um
diese zu vermeiden, sollten sich die Unternehmen in einem Selbstaudit
die Fragen stellen:
Wo liegen die Ziele und Prioritäten Ihres Unternehmens?
Wo nehmen Sie moralische Defizite wahr?
Wie moralisch integer sind Führungskräfte und Mitarbeiter?
Was erwarten Ihre Kunden in moralischen belangen?
Wie werden Unternehmen in der Öffentlichkeit hinsichtlich
ihrer moralischen Integrität beurteilt?
Nach
dieser Bestandsaufnahme erfolgt die Erarbeitung eines ethisch
fundierten Unternehmensleitbildes und mündet in einen Maßnahmekatalog
ein zur Förderung der Wertorientierung. Zur Abrundung eines
sich nach ethischen Kriterien selbstverpflichtenden Unternehmens
müssen Möglichkeiten der Prüfung und der Sanktionierung
aufgezeigt werden. Erst dann ist der Weg frei für ein Unternehmen,
dass sich dem hohen Wertgefüge eines moralisch und ethisch
einwandfreien Wirtschaftspartners stellen kann.
Diese kurze Skizzierung verdeutlicht einmal mehr, dass ein Unternehmen
mit einem hohen gesellschaftlichen Verantwortungsbewusstsein
sich nicht leichtfertig auf die pünktliche Zahlung von
Steuern oder einiger Geldspenden zurückziehen kann, sondern
in hohem Maße sich die reputative Wertschätzung der
Öffentlichkeit erst auf Dauer verdienen muss. Dann ist
es im wahrsten Sinne des Wortes ein good citizen und responsible.
Am Ende eines derartigen prozesses ist eine zertifizierung ethischen
Unternehmensmanagements möglich und sie krönt zugleich
die hohe Wertschätzung die ein ethikzertifiziertes Unternehmen
bei Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten, in Staat und Gesellschaft
genießt.
Beste
Grüße
Joachim
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"VITAO"
<david.mclion@gmail.com> schrieb:
Lieber Joachim,
gerne hätte ich ausbalancierend zu den zeitkritischen Beiträgen
einen oder mehrere positiv stimmende, mutmachende Beiträge
zu unserem Thema. Beispielsweise nach dem Motto von Pater Brantschens
Buchtitel: "Über den Vorteil gut zu sein" (oder
so ähnlich, habe den Titel nicht genau in Erinnerung).
Was fällt Dir dazu ein? Erfahrungen bei der Zertifizierung
der Brauerei vielleicht. Was hat sie schlussendlich an Vorteilen
daraus ziehen können? Wir sollten sehen, dass die klaren
Vorteile kurz und glaubwürdig zu erkennen sind. Was meinst
Du dazu? Hast Du spontan was auf Lager?
Herzlichst,
David
Mittwoch,
16. Februar 2011
Steht Ethik der Gewinnerzielung im Wege?
Prof. Dr. Joachim Kohlhof
Schirmherr der Ethic-Community
Aus
einem Mail vom 16.02.2011
(
)
Steht die Ethik der Gewinnerzielung im Wege oder hilft sie ihr,
diese eventuell sogar langfristig zu steigern?
Diese
Frage taucht in vielen Diskussionen auf und lässt bei den
meisten Diskutanten den Eindruck entstehen, dass man als Unternehmer
mit Rücksicht auf ethische Handlungsmaxime nicht mehr den
unternehmerischen Freiraum besitzt, der erforderlich ist, um
erfolgreich im Markt zu bestehen. Diese irrige Ansicht hat sich
durch unkluge und völlig deplazierte Überlegungen
bei vielen Unternehmen und Unternehmern manifestiert und es
ist schwer, immer wieder dieses Vorurteil auszuräumen.
Worum geht es in der Unternehmensethik?
Grundsätzlich wird für den Markt produziert und dieser
wird von Menschen gestaltet: weder von Maschinen, noch von Systemen
und auch nicht von Außerirdischen. Der Mensch steht und
bleibt im Mittelpunkt des wirtschaftlichen Geschehens und das
ist gut so. Wirtschaften ist nicht Selbstzweck, sondern dient
ausschließ?lich uns, den Menschen - und zu seinem Wohl
und nicht seinem Untergang.
Die
moralische Orientierung des Unternehmens setzt zwangsläufig
unternehmerischen Freiraum voraus. Ein Unternehmen, das behauptet,
nur unter dem Diktat der Sachzwänge zu produzieren oder
zu wirtschaften, hat bereits seine moralische Kompetenz verspielt.
Natürlich bestehen in einem Wirtschaftssystem Vernetzungen
und Abhängigkeiten, die Grenzen ziehen, die das Unternehmen
respektieren muss und nicht ohne weiteres überschreiten
kann. Dies enthebt es aber nicht, bei der Wahl seiner Mittel
die Gebote verantwortlichen Unternehmenshandelns ausser Acht
zu lassen.
Es
geht bei der Gewinnerzielung unter ethischen Aspekten nicht
um die Hähe des Gewinns oder der erzielten Rendite, sondern
um die Mittelwahl, wie und mit welchen Mitteln dieser Unternehmensgewinn
erzielt wird.
Der
Unternehmensgewinn bildet erst die Voraussetzung, am Markt zu
bestehen und sich unternehmensethischen Fragen zu stellen. Die
Ethik steht also nicht konträr der Gewinnerzielung entgegen,
sondern begleitet sie und beflügelt sie sogar unter der
angemessenen und menschenwürdigen Mittelwahl, den größtmöglichen,
d.h. unter ethischen Aspekten, den angemessenen Gewinn nachhaltig
zu erzielen.
Mit
der Ethik gewinnt das Unternehmen völlig neue Perspektiven.
Es gewinnt den Respekt, die Achtung und die Wertschätzung
von Kunden und Lieferanten hinzu und gestaltet sich als ein
Partner, der in hohem Maße sich "symmetrisch"
verhält: Er hält das ein, was er verabredet und sagt
das, was er denkt. Dies macht ihn im wahrsten Sinne zu einem
ethischen Unternehmer, der am Ende nur gewinnen kann und nicht
verlieren muss. So gesehen ist der unternehmerische Freiraum
die Grundbedingung für die Wahrnehmung ethischer Anliegen
und moralischer Orientierung im eigenen Unternehmen.
Ohne
auf theologische Weisheiten einzugehen, die immer gerne bemüht
werden, um den Erfolg der "Werkstatt Kirche" zu beweisen,
ist unstreitig, dass nur mit dem arbeitenden Menschen - und
nicht gegen ihn - eine menschengerechte Arbeitswelt gelingen
kann. Wer agrarindustrielle Massen-hühnerhaltung seinen
Mitarbeitern als tiergerecht verkaufen will, hat nur dann kein
Problem dies umzusetzen, wenn er z.B. Druck auf seine Mitarbeiter
zur deren Arbeitsplatzerhaltung ausübt. Wer in Bangladesh
als Kleiderdiscounter Kinderkleider von einheimischen Schneidern
in Massenmenschhaltung zuschneidern lässt und sie in Wochenarbeit
von 6 Tagen mit täglich 9 Stunden und einem Stundenlohn
von kaum mehr als 0,20 Euro pro Stunde bei einer Tagesproduktion
von 2500 Kinderjeans arbeiten lässt, kann kaum als ein
unternehmerischer Zeitgenosse behandelt werden, dem der Respekt
und die Verantwortung für seine Mitarbeiter positiv angerechnet
werden kann. Es ist eher der Beweis, wie die menschliche Würde
auf dem Altar wirtschaftlicher Ausbeutung geopfert wird. Hier
klafft die ganze Spannweite des menschenwürdigen und menschenverachtenden
Unternehmertums auseinander.
Was
wirtschaftlich machbar ist, muss auch stets eine moralische
Dimension haben. Diese darf und kann nicht ignoriert werden.
Beides, die Ökonomie und die Ethik gehen eine Symbiose
ein, die für alle Beteiligte in eine Verträglichkeit
führt, die für Mitarbeiter und Kunden nur gemeinsame
Vorteile hat. Wer dies missachtet, negiert die Notwendigkeit,
sich mit ethischen Fragen in der Wirtschaft auseinanderzusetzen.
Er übersieht deren positive Wirkung auf die Gewinnerzielung
und verkennt die Rolle des Unternehmertums für die menschliche
Gesellschaft.
Nochmals,
es geht nicht um Verzicht oder um Verluste, sondern es geht
um ein positives Bewusstsein, dass nicht diejenigen bestraft
werden, die sich im Wirtschaftsleben an ethische Gebote der
Menschlichkeit halten. Nur daraus werden langfristig Vorteile
gewonnen, die den geschöpf- und menschenverachtenden Wettbewerbern
verborgen bleiben.
Joachim Kohlhof
15.
Feb 2011 14:28
Bankenethik
Einige
Gedanken zur Bankenethik, die mich bewegen.
Bislang
haben die Geldhäuser einen weiten Bogen um die Bankenethik
gemacht. Hypertone Bankengewinne und ungerechtfertigte Gehaltsexzesse
bildeten die Schlagzeilen in unseren Gazetten und hatten mit
ethischer Unterlegung wenig zu tun. Die Finanzkrise war ein
Produkt aus ungezügeltem Machtbewusstsein, unverantwortlicher
Spekulation und einem Wettfieber, das nur auf Rennbahnen oder
Spielcasinos seines Gleichen suchte. Die Banken waren weit davon
entfernt, der Gesellschaft, aus der die Gewinne abgesogen wurden
auch einen Teil ihrer finanziellen Beute zurückzugeben.
Die Verunsicherungen, die finanziellen Schäden und die
Forderungsausfälle wurden sozialisiert, während die
Gewinne eingeheimst, d.h. privatisiert wurden. Die Finanzinstitute
scherten sich wenig um ihren lokalen und regionalen gesellschaftlichen
Auftrag, weil sie ihre exorbitanten Gewinne aus dem Äther
globaler Vernetzung von Investmentbanking, Rohstoffspekulation
und dubiosem Derivatehandel bezogen. Für ethische Überlegungen
war kein Platz. Solange diese "Wetten,dass" Mentalität
anhielt und das Glück den Spielern hold blieb, blieb auch
die Ethik außen vor. Hinzu kam, dass im Euro-Bereich die
Fehler der Banken kaschiert, schlechte assets ausgegliedert
und neues Spielmaterial über die Europolitik bereitgestellt
wurden. Die Syncronisation von krisengeschütteltem Bankenmanagement
und politischer Willfährigkeit war perfekt. Die Banken
haben bis heute die EU als Zugpferd ihrer persönlicher
Interessen zu nutzen gewusst. Auch hier fand eine Sozialisierung
der Kosten der Finanzkrise und die Privatisierung des zur Verfügung
gestellten Nutzens statt. Die Folge ist die latente Erschütterung
der Geldwertstabilität des Euro, der im Wettbewerb mit
neu auf dem Geld- und Kapitalmarkt drängenden Währungen,
weiter Federn lassen wird. Haben wir eigentlich nicht begriffen,
was jahrzehnte lang die Bundesbank mit großem Erfolg praktizierte,
nämlich durch ein hohes Stabilitätsbewusstsein für
die Deutsche Mark, diese als Quasi-Reservewährung in der
Welt zu etablieren, während wir unter der Ägide der
EZB beginnen, die zweit wichtigste Rolle des Euro auf den Weltmärkten
als stabilen Anker für Geldanlagen und Import-Exportkalkulationen
zu verspielen, trachten? Der Geist der Bundesbank weht schon
lange nicht mehr in den Räumen der Währungshüter.
Nur so ist es zu erklären, dass einer der letzten Promotoren
für eine stabile Leitwährung nicht bereit ist, das
Amt eines EZB-Präsidenten anzutreten, weil ihm die Gefolgschaft
für eine stringente Geld- und Währungspolitik versagt
bleibt. In diese Landschaft passt dann auch die Verkündung,
dass noch mehr Geld für mögliche internationale Bankpleiten
und für den Kauf von Eurobonds bereit zu stellen, damit
die Verschuldungspolitik leichtblütiger Mitgliedsländer
nicht behindert wird. Gerade in dieser schwierigen Zeit wäre
es wünschenwert gewesen, Protagonisten der unumstößlichen
Vermeidung inflationsbedingter Gefahren an der Spitze einer
europäischen Institution zu wissen, der es ernsthaft um
die Sorge der Geldwertstabilität des Euro geht. In der
Tat, eine verpasste Chance, die andere Länder zu nutzen
wissen, die großzügiger mit der notwendigen Stringenz
preisstabiler Wirtschafts- und Wachstumsfaktoren umzugehen verstehen.
Der Euro wird nie so stark sein, wie es die stärkste Nation
durch ihre Wirtschaftsdaten ermöglichen könnte, sondern
immer nur so schwach sein, wie es die schwächsten Nationen,
sprich die verschuldungsfreundlichsten Mitgliedsländer,
zulassen. Die Souveränität der einzelnen Mitgliedsländer
gestattet ihnen, auf diskretionäre Hinweise der auf Sicherheit
und Stabilität bedachten Partner nur mit den Instrumenten
zu antworten, wie es die jeweilige eigene Bevölkerung zulässt.
Diese Gradwanderung ist natürlich schwierig, sie hat aber
die Politik bis heute nicht veranlasst, dafür zu sorgen,
dass diesem unseligen Treiben, um mehr Nehmen als Geben, ein
Ende gesetzt wird.
Was sich auf den Finanzmärkten ausgetobt hat und noch weiter
austoben wird, beginnt sich in der Lebensmittelbranche fortzusetzen,
die in eine zügellose international gesteuerte Preistreiberei
mit hohem spekulativen Charakter zur Zeit mündet und zu
entarten droht. Kein Bereich gesellschaftlichen Zusammenlebens
scheint davor geschützt zu sein, nicht zum Gegenstand wilder
und den mMnschen verachtender Spekulation zu werden.
So
ist es umso begrüßenswerter, wenn ein ganzer Kanton
beginnt, sich auf seine ethischen Wurzeln zu besinnen und Vorbild
für Regionen in anderen Ländern zu werden.Was bei
klugen Banken und bei einigen wenigen politischen Verantwortungsträgern
zu fruchten scheint, wäre der Beginn einer neuen Denkhaltung,
die für uns alle das Überleben sichert. Wenn schon
diejenigen, die zwar für die angetretene Verantwortungsübernahme
hoch bezahlt werden aber nicht ihrer Ämter würdig
sind, so ist es jedenfalls um ein Vielfaches ehrenvoller auch
im Kleinen zu versuchen, Schaden von der Gesellschaft und den
Mitbürgern auf jede erdenkliche Weise fern zuhalten. Dazu
dient auch unser Projekt.
Joachim
Kohlhof
DONNERSTAG, 13. JANUAR 2011
Was ist ein guter Ruf wert? Kommentar von Dr. Joachim Kohlhof
In wenigen Sekunden ist der gute Ruf eines Unternehmens verspielt
und es braucht Jahre, um das gute Image eines Unternehmens wieder
zurückzugewinnen. Wir erleben täglich wie im Markt durchaus
erfolgreiche Konzerne gegen ihren schlechten Ruf kämpfen
und Imagekampagnen starten in Millionenhöhe, nicht etwa um
Produkte an den Mann zu bringen und diese zu verkaufen, sondern
allein um das personelle Erscheinungsbild in der Öffentlichkeit
in ein besseres Licht zu rücken.
Dies
ist bei der Deutschen Bank ebenso der Fall wie bei der DB, Siemens
und anderen. Alleine die Werbebotschaften in den Neujahrsausgaben
großer Tages- und Wochenzeitungen haben eine Unmenge Geld
geschluckt, um den ramponierten Ruf skandalgebeutelter Unternehmen
wiederherzustellen. Siemens hat dafür eigens Herrn Theo
Weigel mit hohem Honorar eingestellt, damit der Return on Ethics
(ROE) bei Siemens ein positives Vorzeichen erhält.
Moralisches
Handeln heißt nicht unprofitables Handeln. Im Gegenteil.
Ein Unternehmen, das neben seinen ökonomischen Hausaufgaben
auch ethische Aufgaben im weitesten Sinn erfüllt, erhöht
seine Reputation im Markt. Der gute Ruf hilft bei der weiteren
Markterschließung und in der Verbesserung des Kundenvertrauens.
Reputation schafft Akzeptanz auch in der Preispolitik, im Verkauf
und in der Kapitalbeschaffung und dient letztlich auch in der
Gewinnung guten und qualifizierten Personals und "hungriger"
Nachwuchskräfte.
Junger,
nachhaltig denkender, qualifizierter Nachwuchs will mit Unternehmen,
die sich mit unlauteren Geschäftspraktiken über Wasser
halten auf Dauer nichts zu tun haben. Hier findet die Selektion
nicht mehr von oben nach unten, sondern von unten nach oben
statt.
Ein
guter Ruf bereitet auch den Weg zu höherer Motivation und
lässt den Wert der eigenen Arbeit in einem sinnvolleren
Licht erscheinen. Führungsverantwortliche, die bis heute
diesen Zusammenhang nicht begriffen haben, werden es in Zukunft
schwieriger haben, sich wirtschaftlich, personell, sozial und
ökologisch im Markt zu behaupten. Einige weitsichtige Wirtschaftsführer
haben diesen Zusammenhang erkannt und entsprechende Weichen
gestellt. Moral, so gesehen, darf sich also rechnen und wird
sich rechnen.
Prof.
Dr. Joachim Kohlhof
12.
Jan 2011 10:23
Lieber David,
danke
für Deine strategische Aussage zu Deinem weiteren bzw.
bisherigen Vorgehen. Natürlich ist mir diese Vorgehensweise
fremd und möglicherweise wird sie erfolgreich sein, so
wie ich es mir mit meinem eigenen Projekt, der Ethikzertifizierung,
nur erträumt hätte. Gleichwohl stehe ich Deiner Strategie
etwas unbeholfen gegenüber, weil ich diese Power nicht
kenne und sie mir bisher gefehlt hat. Ich stand eher auf missionarischem
Posten und damit nach Deiner Einschätzung auf der weniger
erfolgreichen Seite.
Ein
chinesisches Sprichwort sagt auch, man muss einen bestimmten
Weg soweit gehen, dass der Nachfolger nicht mehr zurück
kann. An diese Weisheit habe ich mich ein wenig gehalten, so
dass für mich eine Umkehr auf dem von mir seit Jahren eingeschlagenen
Weg nicht infrage kommt. Schließlich hat die konsequente
Verfolgung meines Weges, uns auch zueinander geführt. Für
mich auch ein Erfolg meines Weges....
Ich hätte mir vielleicht früher die Begegnung mit
Dir gewünscht, um Zugang zu Deinen strategischen Überlegungen
zu finden. Gegenwärtig ist es jedoch neu für mich,
die durchaus eingängigen und plakativen Ethikhinweise auf
der VitaoCard als gewinnbringend für die Arbeit meines
Ethikcollegs anzusehen, es sei denn, dass die Mitwirkung meiner
Arbeit auch Niederschlag in den Ergebnissen findet.
Ethik
fragt nach den Grundsätzen und Prinzipien für ein
bestimmtes moralisches Verhalten Sie sucht nach der methodisch
geleiteten Besinnung und B e g r ü n d u n g auf die faktisch
geltende Moral. Sie ist und bleibt nichts anderes als die Lehre
von der Verantwortung und versucht auch, diese zu begründen.
Deshalb "verunsichert und irritiert" die Ethik auch
und ist deshalb potentiell "gefährlich". Ethik
ist dort angesiedelt wo menschliche Konflikte sind und sie stellt
vor allem nicht nur Bestehendes infrage, sondern fragt in erster
Linie, wie Werte (unternehmerische, menschliche, kulturelle),
Normen, d.h. kodifizierte Prinzipien und Haltungen, d.h. menschliche
Verhaltensweisen begründet werden. Sie ist somit das Ergebnis
von Reflexionen über unser Dasein und unser menschliches
Miteinander im Leben, in den Unternehmen und in der Wirtschaft.
Die
Ethik greift weiter als die Moral, weil diese lediglich die
in einer Gemeinschaft (Unternehmen, Gruppe) tatsächlich
vorherschende Wertekultur wiederspiegelt. deshalb gibt es auch
in kriminellen Vereinigungen durchaus eine Moral(z.B. omerta)
aber keine Ethik, weil doloses Handeln niemals begründbar
ist.
Mit
diesen Überlegungngen habe ich seinerzeit den Versuch gestartet,
eine Zertifizierung des Ethikmanagements in Unternehmen(und
Altenpflege) im Zertifizierungs(un)wesen in Deutschland zu etablieren.
Ich halte diese Pionierarbeit für immer noch wegweisend
und grundlegend, obgleich sie strategisch wenig erfolgreich
in den Märkten und bei den Unternehmen angekommen ist und
dementsprechend etabliert wurde. Hierfür stehe ich nach
wie vor und dies ist das Markenzeichen des Ethikcollegs. Es
ist eine Frage der Glaubwürdigkeit, mit seiner Arbeit und
mit seinem Namen auch für die nächste Generation dienlich
und wegweisend gewesen zu sein. Da kommt es mir nicht auf den
schnellen Erfolg an.
Gegenwärtig
arbeite ich an einem neuen Buch, um die Penetrierung der Ethik
im Wirtschaftsleben voran zu treiben. Es ist bedauerlich, dass
die bei der FIFA angesiedelte Ethikkommission den einzgen deutschen
Teilnehmer verloren hat, weil er sich treu geblieben ist und
weil die FIFA und die Ethik sich offenbar diametral gegenüber
stehen. Ich weiß auch nicht, warum man dieses Feigenblatt
einer Ethikkommission installiert hat, wenn man aller Welt demonstriert,
wie z,B. bei der Vergabe der Fußball-WM, dass es auch
ohne Ethik geht, wenn das Schmiergeld nur stimmt.
Diese
Überlegungen nur für die Fußnote, aber sie sollen
Dir zeigen, dass ich jedes Bemühen begleite, sofern es
auch meinem Ziele, der induktiven Weitergabe ethischer Werte
und Normen dient. Da der "missionarische" Eifer sicherlich
aus einer bestimmten Glaubenshaltung resultiert, hoffe ich,
dass es für Dich kein "Gesülze" ist, sondern
Ausdruck einer manifesten Glaubwürdigkeit der eigenen Botschaft
gegenüber. In diesem Sinne verstehe ich die Arbeit meines
Ethikcollegs.
Bezüglich meiner Unterstützung und meinen Überlegungen
zu Deiner Arbeit, die ich sehr bewundere,stehe ich Deinem Projekt
weiterhin stets zur Verfügung. Es ist für mich ungewohnt,
einen solchen quirrligen und aktiven Partner an der Seite zu
haben, den ich hierfür hohe Begeisterung entgegenbringe.
Lass mich wissen, wie Du Dir unsere weitere Zusammenarbeit vorstellst..
Herzlichst,
Joachim
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"Ein
Projekt der VITAO ALLIANZ SCHWEIZ" <david.mclion@gmail.com>
schrieb:
Lieber Joachim,
ich hoffe
nicht, dass Du in meinen Ausführungen zu unterschiedliche
Positionen über die Durchsetzung ethischen Verhaltens in
Business und Management meinst zu erkennen. Meine Strategie
ist jedoch womöglich eine andere:
Sehr früh
habe ich verstanden, dass man stets mit dem Gegenteil starten
soll, wenn man eine Umkehr bewirken will (eine alte chinesische
Weisheit). Das heisst, wenn ich Ethik verkaufen will, darf ich
mich nicht als Apostel oder Missionar hinstellen, um die hartgesottenen
auf meine Seite zu ziehen. Vielmehr muss ich mich zunächst
auf die Seite der Zielpersonen stellen, sie dort abholen, wo
sie sind, muss einer von ihnen sein. Das hat insbesondere mit
Sprache zu tun. Denn Wörter und Ausdrucksweisen "verraten"
die Denkweise eines Menschen. Vergleiche die Linke Chefin Gesine
Lötzsch mit ihrer Aussage "Kommunismus", mit
der sie sich geoutet hat.
Bei mir ist
es anders - weil mit strategischen Hintergrund. Wenn ich bewusst
das Wort "Misstrauen" in den Mund nehme, dann erreiche
ich zielgerichtet genau diejenigen, spiegele sie und bekomme
ihre Aufmerksamkeit. Ich hoffe, dass ich damit bei Dir keine
Missverständnisse aufbaue und Dich nach wie vor als Verbündeten
behalten darf.
Momentan
bin ich dabei, die OECM (Organisationales Ethic Commitment Mambership)
Mitgliedschaft mit der Membercard und einer Anstecknadel auszurüsten.
Das ist alles in der Entwicklung, selbst wenn ich es schon öffentlich
mache. Weil ich grundsätzlich auch meine gedanklichen Vorhaben
auf den BLOGs bereits transparent vorstelle. Das ist seit Jahren
ein bewährtes Kommunikations-Verhalten, weil es erkenntlich
macht, wie eine Idee vom ersten Input in die Realität wächst.
Hier ein LINK zur geplanten Anstecknadel, wofür ich heute
ein Angebot eingeholt habe.
Lieber Joachim.
Ich vermisse Deine Mails.
Ganz lieben Gruss,
David
05.
Jan 2011 14:49
Lieber
David,
anbei
die "Grundsätze".
Die Idee von Dir ist nicht schlecht, aber führen Sie wirklich
zu einer neuen Situation?
Sei beeindruckend ist für mich kein ethischer Grundsatz.
er müsste lauten, sei glaubwürdig, sei authentisch,
sei gläubig, sei verantwortungsbewusst.
Verantwortlich zu sein, ist überhaupt die Voraussetzung,
um Verantwortung zu tragen. Insofern ist es wichtiger, verantwortungsbewusst
zu sein.
Nur
eine Anregung. Nicht mehr.
Herzliche
Grüße
Joachim
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"Ein Projekt der
VITAO ALLIANZ SCHWEIZ" <david.mclion@gmail.com> schrieb:
Lieber Joachim,
vielen Dank
für Deine Zeilen, welche mir signalisieren, wie nahe wir
uns doch in unserem Gedankengut sind. Bitte übersende mir
Das, was bereits erabeitet wurde.
Meine Vorstellung
ist zwischenzeitlich so gediehen, dass ich die 10 Kernsätze
auf die Rückseite der OECM Mitgliedskarte drucken möchte
(Entwurf als JPG anhängend). Solches zwingt mich, den Checkup
so knapp zu halten, dass er nahezu mit einem einzigen Blick
erfassbar ist. Mehr Zeit darf es nicht brauchen und ein Manager
muss es in seinem Karten-Sortiment immer bei sich tragen.
Schau Dir
mein Ergebnis mal an. Auch die kleinen Schriften sind noch lesbar
- haben die Grösse der Schrift eines Beipackzettels oder
einer Bedienungsanleitung. Lass uns bitte beide an einer solchen
Idee arbeiten, damit wir Realitäten schaffen und nicht
in Ideen untergehen.
Vielen vielen
Dank und sei herzlich gegrüsst.
David
----------------------------------------------------------------------------------------------------------
Mail
vom 5.1.11
Lieber David,
vielen Dank für Deine Hinweise zum Vademecum. Ich bin uneingeschränkt
einverstanden.
Wir haben schon früher damit begonnen, solche "Selbstprüfungsregeln"
als ethische Unternehmensgrundsätze aufzustellen und Managern
die Möglichkeit zu geben, sich selbst daraufhin zu testen,
ob sie in ihrem menschlichen und beruflichem Verhalten ethischen
Grundsätzen standhalten. Vor Jahren habe ich mit der KPMG
solche Regeln (10 Gebote) aufgestellt. Sie weichen ein wenig
ab, von Deinem Memorandum, sind aber weitgehend inhaltsgleich.
Maßgebend sind Glaubwürdigkeit, Eigenverantwortung
und Selbstverpflichtung, die alle drei unerläßlich
sind, wenn man im Leben positive und "beeindruckende Spuren"
hinterlassen will. Wenn Du an diesen ethischen Grundsätzen
interessiert bist, kann ich versuchen, Sie Dir zu übermitteln.
Darüber hinaus ist dieser "Quick-Test" von uns,
eine Antwort auf unternehmerische Entscheidungen, die einer
ethischen Überprüfung standhalten sollten. Eigentlich
müsste jeder Führungsverantwortliche diese Testfragen
in der Westentasche haben, um vor schwierigen Entscheidungen
selbst zu klären, ob sein Verhalten eine ethische Grundlage
hat oder nicht. Auch diesen Quicktest kann ich Dir übermitteln.
Er hilft in jedem Fall seine eigene Position zu überdenken
und seinem Verhalten gegenüber allen Multistakeholdern
eine ethische Ausrichtung zu geben. Zumindest handelt es sich
um eine Aufwertung der eigenen Entscheidung hin zu einem begründbaren
Verhalten gegenüber sich selbst und anderen.
Herzliche Grüße
Joachim
27.
Dec 2010 14:02
Lieber David,
gern werde ich Dich auch im neuen Jahr bei deinen Aktivitäten
unterstützen, sofern es mit meinen bescheidenen Mitteln möglich
ist, Deinen weiteren VITAO-Erfolgen die notwendige Unterstützung
zu geben. Danke für deine lieben Grüße und Wünsche
für das neue Jahr.
Meiner
Familie habe ich zum Weihnachtstfest einen lebensgroßen
Engel von einem Kettensägenkünstler sägen lassen.
Er ist wunderschön geworden und hat eine Größe
von nahezu 2 m. Als ich heute morgen beim Frühstück
die Tageszeitung aufschlug, u.z. den Trierischen Volksfreund.de
den Dauner Teil der Zeitung fand ich plötzlich "meinen"
Engel groß abgelichtet auf der Vorderseite der Zeitung
wieder. Ich war natürlich sehr überrascht, weil ich
mich nicht daran erinnern konnte, dass die Presse ein solches
Foto geschossen hatte, ohne dass ich davon wusste. Nun, der
Künstler hat im Vorfeld die Tageszeitung eingeladen, allerdings
ohne zu verraten, wohin der Engel gehen würde, damit nicht
unnötig Fragen gestellt würden.
Als Auftraggeber dieses lebensgroßen Engels, standen natürlich
weihnachtliche Überlegungen bei mir Pate, wie die Engel
auf dem Feld, die den Hirten die Geburt Christi verkündeten,
aber auch der Engel, der die frohe Botschaft an Maria verkündete,
dass sie einen Sohn gebären würde und schließlich
der Angelus, gewissermaßen das Stundengebet der Katholiken.
Der Engel des Herrn ist wie ein kleines Glaubensbekenntnis,
besonders aber zur Menschwerdung des Heilands; denn dieses Bekenntnis
zu Gottes Sohn umgibt die bekannte Szene des Lukas-Evangeliums.
Der Besuch des Engels bei maria ist gewissermaßen das
"Vorspiel" zum Weihnachtsfest. Denn am 25.3. beginnt
mit der Verkündigung die Präimplantation der Eizelle
Jesus Christus in Maria durch den hl.Geist: "Siehe ich
bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort"
.... Und das Wort ist Fleisch geworden, und hat unter uns gewohnt.
Mit dem Beginn der Nistation in Marias Schoß beginnt das
irdische Leben von Jesus Christus über den wir heute so
trefflich im kirchlich-theologisch-ethischen Raum streiten.
Wir erkennen heute, dass Gnade erhalten dasselbe meint, wie
den hl. Geist empfangen und bereit und empfänglich zu sein,
und sich verwandeln zu lassen und neu geboren zu werden. "Durch
die Botschaft des Engels haben wir die Menschwerdung Christi
erkannt". Es ist angesichts des täglichen Blicks auf
meinen Engel das Memento wichtig, diese Botschaft täglich
zu erkennnen, täglich zu deuten und sie auch zum Bestandteil
des täglichen Denkens, Fühlens, Glaubens und Handelns
werden zu lassen. Jeder von uns wurde durch die eigene Taufe
zum Engel und damit ein wenig zum Abbild des in meinem Garten
aufgestellten Engels. Der Engel und wir, werden zum Botschafter
einer frohen Botschaft, die den Menschen helfen soll, das Leben
immer wieder ein bisschen besser, liebevoller und lebenswerter
werden zu lassen. Wenn wir weit davon entfernt sind, uns dies
in Erinnerung zu rufen, dann soll der Blick auf diesen wunderschönen
Engel uns dabei behilflich sein. Krippe und Kreuz stehen dicht
beieinander. Die Menschwerdung als Botschaft durch den Engel
verbindet uns aber auch mit dem Kreuz und dem Tod des Herrn.
Deswegen steht die Angelogie nicht alleine da, sondern ist stets
auch im Zusammenhang mit dem Tod und der Auferstehung Gottes
zu sehen. Beides, Geburt und Tod münden in die Auferstehung
und damit in eine Transzendenz, die uns der Engel verheißt.
Insofern ist der Engel auch Auftrag und Triebfeder zugleich,
den ethischen Weg in dieser Welt weiter zu gehen und alle zu
unterstützen, die sich ihm verschrieben haben und an den
Engel glauben.. "Du hast im Himmel viel Engel bei Dir,
schick doch einen davon auch zu mir", so heißt es
im Wolgalied aus dem "Zarewitsch" von dem vereinsamten
Soldaten, der sich nach Liebe sehnt. So gesehen ist unser gemeinsamer
Auftrag auch engelbegleitet, weil wir ihn eingebunden und begnadet
wissen in ein größer Ganzes, dass dem Wohl der Menschheit
dient, die guten Sinnes sind..
Ein
kürzliches sehr intensiv geführtes Gespräch mit
einem Spitzenmanager einer großen Privatbank in Düsseldorf
bestätigte mir, dass das menschliche Verlangen und das
Sehnen nach Vertrauen und Hoffnung -auch der eigenen Mitarbeiter-
und damit nach Wahrnehmung ethischer Vorgaben im eigenen beruflichen
Umfeld sehr hoch geworden ist und dass in Zukunft der Spielraum
für verantwortungsbewusstes und selbstverpflichtendes Handeln
wieder stärker in den Fokus beruflicher Arbeit eindringen
muss. Sicherlich ein hoffnungsvoller Ansatz, der für die
Engel unserer Welt mit viel Überzeugungsarbeit verbunden
ist..
Am
Ende eines Jahres eine hübsche Parabel, die zum Nachdenken
Anlass gibt.
Herzlichst,
Joachim
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------"Ein
Projekt der VITAO ALLIANZ SCHWEIZ" <david.mclion@gmail.com>
schrieb:
vitao-alpen-akademie.blogspot.com/2010/12/zum-jahres-unwort-wutburger-wie-auch.html
Lieber Joachim,
vielen Dank
für Dein Weihnachtsmail. Deine Gedanken sind für mich
so wertvoll, dass ich einfach nicht innehalten kann, sie einer
breiten Leserschaft nahezubringen: habe den persönlichen
Anfang weggelassen, den Text redigiert aber den persönlichen
Klang bewusst dringelassen. Man lässt so den Leser Einblick
nehmen in das persönliche Verhältnis zweier Menschen.
Das ist als Pressebeitrag subtiler als Pressetexte, welche in
ausgefeilter Form veröffentlicht werden. Ich hoffe, dass
ich unser Vertrauensverhältnis damit nicht verletze. Wie
immer bleibt Dir die Möglichkeit offen, Beiträge wieder
durch mich löschen zu lassen.
Ich bin momentan
mit VITAO sehr erfolgreich - insbesondere, was die Akademie
angeht und werde Dir gleich Anfang Jahr darüber mehr berichten.
Falls wir zwischenzeitlich nichts mehr voneinander hören
sollten wünsche ich Dir und Deiner Familie einen besinnlichen
Übertritt in ein Jahr, das sich meiner Überzeugung
nach als geschichtsträchtiges Aufbruchsjahr in neue Möglichkeitem
entpuppen wird.
Alles Liebe,
alles erdenklich Gute...
David
22.
Dec 2010 11:44
Lieber David,
die Zeit ist gekommen, Dir ein fröhliches und besinnliches
Weihnachtsfest zu wünschen. Das Jahr 2010 hat uns zusammengeführt
und uns erfahren lassen, dass wir viele gemeinsame Erkenntnisse
in unserem leben gewonnen haben, die tragfähig sind auch
für andere Menschen, die der Ethik wieder einen Raum geben
wollen, den sie verloren zu haben glauben. Sie fristet ein stiefmütterliches
Dasein, weil die meisten Menschen glauben, dass sie stört
oder sie zumindest irritiert. Dagegen müssen wir uns wehren
und die Verantwortung dort manifestieren, wo sie in der Politik,
der Wirtschaft, der Kirche, den Medien und der Wissenschaft zur
Fremderscheinung geworden ist.
Das
kürzlich von der Deutschen Gesellschaft zur Spracherhaltung
gekürte Jahresunwort "Wutbürger" spiegelt
meines Erachtens sehr deutlich den Zustand unserer Gesellschaft
wider. Die Bürger werden nicht mehr gehört oder verstanden,
weil die Vernetzung zwischen Gewählten und Wählern,
zwischen Managern und arbeitender Bevölkerung, zwischen
kirchlichen Würdenträgern und Gläubigen zwischen
Informanten und Informierten, zwischen Wissensvermittlern und
Wissbegierigen nur eine Einbahnstraße ist, von denen nicht
beide Seiten profitieren, sondern meist nur die Inhaber der
jeweiligen Vorteilsposition. "Wutbürger" zu sein,
spiegelt die Selbstreflexion unserer Gesellschaft wider und
sie tut uns solange noch nicht weh, solange die Pflastersteine
dort bleiben, wo sie hingehören.
Besser
fände ich für uns das Wort "Mutbürger".
Nicht gegen jeden und alles zu sein, ist fortschrittsdenkend,
sondern eher das Bekenntnis zur Besserung anstandsgerechten
Verhaltens, zur Rückgewinnung von Vertrauen, Selbstverpflichtung
und Eigenverantwortung. Der dadurch gesicherte Erfolg steht
allen zugute und nicht nur einer kleinen Renegatenqlicke, die
aus der Geschichte offenbar noch nichts gelernt zu haben scheint.
In allen Feldern unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens entdecke
ich nur noch schwarze Löcher, aus denen offenbar kein Entrinnen
mehr möglich ist. Der Missbrauch in den Kirchen wird auf
die Zeit der 60iger-70iger Jahre festgemacht; also einem Zeitraum
der die strafrechtliche Verfolgung nicht weiter thematisieren
muss.Als wenn sexuelle Übergriffe und Missbrauchstaten
zölibaterer Priesterschaft lediglich auf wenige Jahre dieses
Jahrhunderts reduzierbar sind.. Aber wenn die "alleinseligmachende"
Kirche nicht selbst Buße tun will, um wieviel schwerer
wiegtder Mangel an Glaubwürdigkeit, die Bußsakramente
ihrer Glaubenslehre auch tatsächlich und effektiv zu vermitteln.
Die gleiche Heuchelei findet zur Zeit im Umgang mit der Praeimplantationsdiagnostik
statt, in der einige politische Kader ihre moralische Position
entdeckt zu haben scheinen, indem sie die PID zwar generell
ablehnen, aber in speziellen Ausnahmefällen, die Verantwortung
einer Ethikkommission übertragen wollen, wenn Elternpaare
zu erwarten haben, dass die Geburt eines im Reagenzglas getesteten
Embryos möglicherweise mit bleibenden Schäden zu rechnen
hat, sofern es dann von der Mutter ausgetragen wird. Diese Haltung
ist unerträglich und es wundert, dass so viele Frauen in
politischer Verantwortung diesem unseligen Treiben tatenlos
zu sehen. Ihnen ist offenbar mehr daran gelegen, so zu tun,
als wenn der PID durch die vorgezogenen Tests Tür und Tor
geöffnet wird, um daraus Wunschkinder (Designerkinder)
abzuleiten, zu denen in Deutschland sicherlich vor einigen jahrzehnten
eine gewissen Affinität bestand. Es ist doch ungleich problematischer
für Mutter und einer bereits implementierter Eizelle, wenn
während der Schwangerschaft dann erlaubterweise getestet
wird, ob das noch auszutragende Kind lebensfähig ist. Für
Mutter und auszutragendem Kind ist die Gefahr einer dann legalen
Abtreibung viel höher, als wenn dies bereits im Vorfeld
einer PID geschieht. Vielleicht haben wir immer noch ein gestörtes
Verhältnis zum menschlichen Leben und goutieren unser Verhalten
mit der seltsamen Einlassung die PID wäre ein Eingriff
in den göttlichen Schöpfungsakt. Was für eine
Blasphemie angesichts der täglichen Torpedos die tatsächlichen
den göttlichen Wirkungskreislauf verletzen oder ihn total
zerstören.
Wenn die Ethik wirklich Einfluss nehmen kann, durch bindende
Entscheidungen, würde sich im gesellschaftlichen, beruflichen
und kirchlichen Umfeld die erschütternden Exzesse sicherlich
reduzieren. Aber auch in diesen sog. Ethikkommissionen finden
stramme Parteisoldaten ihre moralische Tinktur aus der sie jeweils
die geeignete Farbe wechseln können, wie andere Menschen
ihre Hemden.
Ich
bin am Ende eines bewegten Jahres immer noch verwundert, wie
leichtfertig der Umgang mit der Ethik genommen wird. In unserer
Beliebigkeitsgesellschaft wird sie schnell in das Kleid der
Nachhaltigkeit gesteckt, über die allenthalben Foren, Seminare,
Konferenzen abgehalten werden, die in nahezu allen Fällen
wenig bewirken und nur dazu dienen, sich den Anschein um Besserung
der Welt zu geben.
Wir werden die Welt nicht verändern, aber es macht uns
Mut - deshalb Mutbürger - ein treues Bekenntnis abzugeben,
woran wir glauben und auch dann immer noch einen Baum zu pflanzen,
wenn morgen die Welt unterzugehen droht. Nicht Wut gegen die
Herrschenden erscheint das Signal für die Zukunft zu sein,
sondern der Mut zu einem Bekenntnis für ein menschengerechteres
Zusammenleben. Die salbungsvollen Reden zu Weihnachten und am
Ende eines turbulenten Jahres, an dem immer nur die "Anderen"
Federn lassen mussten, besinnen sich die Mächtigen der
Staaten, wofür sie eigentlich angetreten sind und wofür
Ihnen Vertrauen und damit der persönliche Geldsegen ermöglicht
wird.. Leider ist die Verfallzeit ihrer Reden und Worte so rasch
vergangen wie das ausgesprochene Wort selber, so dass sie sich
bei ihrem nächsten statement schon nicht mehr daran erinnern
können, was sie vor wenigen Minuten andernorts gesagt haben
Die Verantwortung ist eben ein flüchtiges Gut, dass im
Wertschätzungskatalog der Machtbewussten keinen dauerhaften
(nachhaltigen) Platz gefunden hat.
Finden wir zu Weihnachten mehr als nur tröstliche Stimmung.
Es kommt auf das Kind an und sonst nichts anderes. Alles an
diesem Fest lebt davon, welche Mitte wir wählen und stirbt
oder wird zur Illusion, wenn wir dieses Zentrum der heiligen
Nacht nicht ansteuern oder gar aus dem Auge verlieren.
Ich wünsche Dir ein fröhliches und gnadenreiches Weihnachtsfest
und ein gutes gemeinsames Jahr 2011.
Joachim
MONTAG, 11. APRIL 2011
Kleiner Lebensmerkzettel für "I am responsible"
1. Beachte, dass große Liebe und großer Erfolg immer
mit großem Risiko verbunden sind.
2.
Wenn Du verlierst, verliere nie die Lektion.
3.
Habe stets Respekt vor Dir selbst, Respekt vor anderen und übernehme
Verantwortung für Deine Taten.
4.
Bedenke: nicht zu bekommen, was man will, ist manchmal ein großer
Glücksfall.
5.
Lerne die Regeln, damit Du sie richtig brechen kannst.
6.
Lasse niemals einen kleinen Disput eine große Freundschaft
zerstören.
7.
Wenn Du feststellst, dass Du einen Fehler gemacht hast, ergreife
sofort Maßnahmen, um ihn wieder gut zu machen.
8.
Verbringe jeden Tag einige Zeit allein.
9.
Bedenke, dass Schweigen manchmal die beste Antwort ist.
10.
Lebe ein gutes ehrbares Leben. Wenn Du älter bist und zurückdenkst,
wirst Du es noch einmal genießen können.
11.
Eine liebevolle Atmosphäre in deinem Heim ist das Fundament
für Dein Leben.
12.
In Auseinandersetzungen mit Deinen Lieben sprich nur über
die aktuelle Situation. Lasse die Vergangenheit ruhen.
13.
Teile Dein Wissen mit anderen. Dies ist eine gute Möglichkeit,
Unsterblichkeit zu erlangen.
14.
Gehe sorgsam mit der Erde um. Begib Dich einmal im Jahr an einen
Ort, an dem Du noch nie gewesen bist.
15.
Bedenke, dass die beste Beziehung die ist, in der jeder Partner
den anderen mehr liebt als Du brauchst.
16.
Messe den Erfolg daran, was Du für ihn aufgeben musstest.
17.
Widme dich der Liebe und dem Kochen mit ganzem Herzen.
18.
Öffne der Veränderung Deine Arme, aber verliere Deine
Werte nicht aus den Augen.
Prof.
Dr. Joachim Kohlhof (aus einem Mail an David McLion)
"Prof.
Dr. Joachim Kohlhof, Ethikcolleg" schrieb:
Lieber David,
die
Ankündigung von Wikileak, die Geschäftspraktiken einer
Großbank der USA unter ethischen und geschäftlichen
Prämissen aufzudecken, zeigt einmal mehr, mit welchen Monstern
wir auf den Finanzmärkten leben müssen und wie weit
die Ethik von diesen Unternehmen entfernt ist. Mich wundert
es daher nicht, dass die von mir als dringlich angebotenen Seminare
für Bankenethik nicht besucht werden, weil das Management
global wirkender Banken nichts mehr fürchtet, als die Aufdeckung
ihrer unethischen und damit verantwortungslosen und menschenverachtenden
Bankpraxis.
Nichts anderes findet zur Zeit auch bei der HSH Bank in Hamburg
und in vielen anderen Geldinstituten in Deutschland und weltweit
statt. Der Gründer von Wikileak wird nunmehr per Interpol
gesucht. Eines Tages werden alle Leute, die Offenheit, Transparenz,
die Ethik und Ihre Konsequenzen in der Wirtschaft anmahnen ebenfalls
per Steckbrief gesucht. Aber so lange wir uns melden und die
Stimme noch erheben können, solange sollen und müssen
wir uns melden. Eine schlimme Welt, in der die Entdecker der
wirtschaftlichen Greueltaten und nur die nackte Wahrheit verkünden
per Interpol gesucht werden, damit sie bestraft werden.
Die Wahrheit darf eben nicht verkündet werden und ist nur
für wenige zu ertragen.
Schade nur, dass alle politischen Gauner, die ständig die
Nachhaltigkeit und die Ethik in den Mund nehmen, diejenigen
sind, die am lautesten nach Verhinderung der wahrheitsgemäßen
Informationen rufen. Ein klassisches Exemplar, wie verlogen
unsere Politiker, unsere Wirtschaftsführer und unsere Welt
ist. Sie wollen offensichtlich nicht sich ihrer wahren Verantwortung
stellen. Für mich (und für Dich) ist es daher noch
ein langer Weg, die Welt zum Besseren zu verändern. Hier
ist unser Weg das Ziel. Wir dürfen es nicht aus dem Auge
verlieren.
Herzliche
Grüße
Joachim
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"David
McLion" <david.mclion@gmail.com> schrieb:
die-welt-schaut-auf-glarus.blogspot.com/2010/11/10-regionale-arbeitsmarkte-im-wandel.html
Sehr geehrter
Herr Dr. Perlik,
Sie wurden
mir bereits mehrfach als Referent und Mitstreiter für die
Projekte der VITAO ALLIANZ SCHWEIZ empfohlen. Durch Zufall bin
ich nun heute morgen auf die Dokumentation zur Tagung Regionale
Arbeitsmärkte im Wandel gestossen und habe u.a. Textauszüge
von Ihnen verwendet.
Gerne noch
würde ich das OK von Ihnen haben und Sie fragen, ob Sie
mir ggf. ein Curriculum für das Artikel-begleitende WHO
is WHO zur Verfügung stellen.
Im Namen der
VITAO ALLIANZ SCHWEIZ würde ich mir eine partnerschaftliche
Zusammenarbeit wünschen
und verbleibe mit freundlichem Gruss
David McLion
Spiritus rector VITAO ALLIANZ SCHWEIZ / VITAO WORLD SOCIETY
VITAO - the
intelligent life ...
Ethik
und Wirtschaft - Keine zwei paar Stiefel
Prof. Dr.
rer. oec. Joachim Kohlhof
1945 in Dinslaken am Niederrhein geboren, ist emeritierter Professor
für Investition und Finanzierung des Fachbereichs Wirtschaft
der Fachhochschule Brandenburg und Leiter des Collegs für
Wirtschafts, Unternehmens- und Führungsethik in Mehren/Eifel.
Seine zahlreichen Erfahrungen in diesen Bereichen sammelte er
nach seinem Studium und Promotion auf verschiedenen beruflichen
Stationen:
Vorstandsassistent und Kreditgruppenleiter im Gerling-Konzern.
Ernennung als Bundesbankrat bei der Deutschen Bundesbank.
Mitglied der Direktion in der Landeszentralbank in Köln
und Bonn.
Sparkassendirektor und Vorsitzender des Vorstandes der Kreissparkasse
Daun und
stellv. Bezirksobmann der Bezirksarbeitsgemeinschaft Trier.
Lehrbeauftragter für Finanzmanagement an der Fachhochschule
Trier.
Professor an der Fachhochschule Brandenburg.
Gastprofessor an der Karel de Groote Hogeschool in Antwerpen,
Belgien.
Dozent an der Banking Institution of Higher Education (BIHE)
in Riga/Lettland
Beiratsmitglied für Ethikfragen in zahlreichen Organisationen.
Kernsätze,
welche ich mir notiert habe:
Ethik ist "die Lehre von der Verantwortung"
Ethik ist für Kohlhof "Verantwortbarkeit der Ziele"
Führen ist "Leiten von Seelen"
Prof. Kohlhof ist eng verknüpft mit der DEKRA
(http://www.dekra-akademie.de/akademie/,navigation_id,68.html)
DIN EN ISO 9001 450 Ethik Standards / Ethik Management Zertifikat
Prof. Kohlhof
ist die ideelle Ergänzung für das VITAO Netzwerk für
eine neue Werte- und Unternehmenskultur - nicht allein für
VITAO-Symposien sondern als Mitglied und Schirmherr der VITAO
WORLD SOCIETY. Wir haben während des Symposiums einander
hohe Wertschätzung bekundet.
Prof. Kohlhof
kennt die Kurzpräsentation der VITAO ALLIANZ SCHWEIZ (
http://www.magix-website.com/mppo08/50/16/25/3F/00/B44F11DFBBC2CCE75C69631F/16262960B44F11DF89B602285C69631F.pdf
) und hat auch den VITAO Ehrencodex zum Abgleich mit seinen
450 erarbeiteten Leitsätzen von mir erhalten.
David McLion